Mit Cloud Computing die Digitalisierung fördern

Elements of the social network against the sky. Signs and symbols combined into a single network.Die digitale Transformation betrifft mittlerweile eine Vielzahl von KMU. Neue digitale Technologien unterstützen dabei nicht nur die Betriebsabläufe, sondern sie leisten einen wesentlichen Beitrag um Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Dabei spielt der Einsatz der Cloud eine immer wichtigere Rolle.

Der digitale Wandel und insbesondere die digitale Business Transformation fordert von Unternehmen die Fähigkeit, grosse Datenmengen (Big Data) analysieren zu können, um daraus neue Geschäftschancen zu erkennen und in der Folge zu erschliessen. So werden etwa mit Unterstützung digitaler Technologien die gesamte Wertschöpfungskette oder bestimmte Kundenbedürfnisse identifiziert und darauf abgestimmte Massnahmen oder Geschäftsmodelle zeitnah und als Selbstbedienungskonzept bereitgestellt. Diese sollen beispielsweise potenziellen Kunden den Kaufvorgang erleichtern oder ein völlig neuartiges, für den Interessenten vorteilhaftes Kauferlebnis bieten. Auf diese Weise werden Verkäufe bzw. Transaktionen gefördert. Dabei spielt das Timing eine wichtige Rolle. Es muss zu dem Zeitpunkt ein passendes Angebot vorliegen, wenn der mögliche Kunde es sucht.

Cloud als Rückgrat der digitalen Geschäftsmodelle

Als strategischer Unternehmensentscheid bewirkt die digitale Transformation eine ganzheitliche Veränderung der unternehmerischen Prozesse und Geschäftsmodelle. Sie umfasst die Planung, Steuerung, Optimierung und Umsetzung der gesamten Wertschöpfungskette der Organisation. Richtig umgesetzt, entfaltet die Digitalisierung eine positive Wirkung hinsichtlich der Differenzierungsmerkmale, der Agilität sowie der Wettbewerbsposition des Unternehmens.

Bei der digitalen Transformation rückt die Unternehmens-IT ins Zentrum, da diese konzeptionell eingebunden werden muss. Diese IT muss in der Lage sein, die neuen digitalen Dienste zu fördern und der erforderlichen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit konstant gerecht zu werden.

In dieser Hinsicht bildet Insbesondere die Cloud eine wichtige Grundlage. Eine Cloud-basierte Infrastruktur kann der Schlüssel für den flexiblen On-Demand-Zugriff auf die Ressourcen sein, die diesen neuen digitalen Geschäftsmodellen zugrunde liegen. Es ermöglicht Unternehmen, die Infrastruktur nach Bedarf zu skalieren, um sich ändernden Geschäftsprioritäten gerecht zu werden. Damit verringert sich das Risiko verschwendeter bzw. überflüssiger IT-Ressourcen, die in der Vergangenheit Investitionen in neue digitale Dienste verhinderten.

Für eine erfolgreiche Digitalisierung von Geschäftsprozessen sind Datenanalysen sowie eine gesamtheitliche Sicht auf alle relevanten Daten notwendig. Dazu ist die umfassende Berücksichtigung existierender IT-Systeme und ‑prozesse erforderlich. Darauf aufbauend wird eine überdachende, integrale IT-Plattform erarbeitet. Diese bildet statt isolierte Einzelprozesse einen neuen, überdachenden «Masterprozess» ab. Die Plattform soll die verschiedenen Kennzahlen aus sämtlichen Unternehmensbereichen für die Unternehmensführung aufbereiten und in der jeweils gewünschten Sichtweise für das digitalisierte Geschäftsmodell zugänglich machen. Zudem ist der Wertschöpfungsprozess mit den notwendigen Schnittstellen zu den verschiedenen Anspruchsgruppen (Zulieferer, Kunden etc.) auszustatten, damit diese mittels einem massgeschneiderten User Interface darauf zugreifen können.

Die Unternehmens-IT spielt somit eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung. Sie muss eine hohe Menge an Daten (Big Data) verarbeiten können, rasch einsatzbereit  und ständig verfügbar sein. Zudem soll sie ein hohes Mass an Skalierbarkeit, Konfigurierbarkeit und Agilität ermöglichen, wie es heute Cloud-basierte Lösungen liefern können. 

Cloud: Skalierbar und agil

Cloud Computing basiert auf dem Prinzip des «Resource Pooling». Dabei nutzt eine Vielzahl von Anwendern oder Unternehmen die Kapazität eines grossen Hochleistungs-Rechenzentrums das vom Cloud-Anbieter betrieben wird. Die Rechenleistung, die Netzwerk- und Speicherkapazität werden zwischen mehreren Projekten und Anwendern gleichzeitig aufgeteilt – zu diesem Zweck weist der Cloud-Anbieter den jeweiligen Nutzern virtuelle Server und Speicher zu, die sich auf derselben Hardware-Plattform befinden.

Die verfügbare Leistung lässt sich so flexibel und agil (elastisch) an den laufende Rechen- und Speicherbedarf anpassen. Durch den Skaleneffekt können Cloud Services rasch und effizient gemäss dem jeweiligen Bedarf abgerufen werden und eignen sich daher ideal für die Digitalisierung von Geschäftsmodellen.

Service-Modelle von Cloud Computing

Cloud Computing beinhaltet verschiedene Service-Modelle, die von KMU genutzt werden können. Dazu gehören nebst vielen anderen die häufig eingesetzten Infrastrukturdienste «Infrastructure-as-a-Service» (IaaS), Softwaredienste «Software-as-a-Service» (SaaS) und Plattformdienste «Platform-as-a-Service» (PaaS).

Welche der Service-Modelle zum Einsatz kommen, hängt vom jeweiligen Geschäftsmodell und vom Software-Bedarf des Unternehmens ab:

Infrastructure-as-a-Service (IaaS)
  • Bereitstellung der IT-Infrastruktur
  • Verfügbare IT-Komponenten über IaaS: Server,
  • Rechner, Netzwerk, Speicher, Router, Switcher,
  • Firewalls, Backup-System
  • Zugriff über privates oder öffentliches Netzwerk
  • Geeignet für KMU
Software-as-a-Service (SaaS)
  • Softwareanwendung über Internet
  • Anwendungssoftware muss nicht auf Endgerät des Nutzers installiert werden
  • Distributionsmodell für Software-Anbieter
  • Zugriff über öffentliches Netzwerk
  • Geeignet für KMU als Software-Nutzer und als Software-Anbieter

Platform-as-a-Service (PaaS)

  • Plattform als Entwicklungsumgebung für Entwicklung und Tests von neuer Software und Anwendungen im Internet
  • Geeignet für Unternehmen mit eigener Software- und Applikationsentwicklung

KMU, deren Businessmodelle keine eigene Software-Entwicklung beinhalten, benötigen in der Regel für die Abwicklung ihrer Geschäftsvorgänge die Cloud für den IaaS-Einsatz und gegebenenfalls für den SaaS-Einsatz, um externe Software zu nutzen. Wird Software-as-a-Service eingesetzt, erfolgt die Bereitstellung in der Cloud durch den Software-Anbieter, während das Unternehmen die benötigte Software-Dienstleistung über seinen Internet-Zugang in der SaaS-Cloud-Umgebung des Software-Anbieters abruft.

Typen von Cloud-Lösungen

Verschiedenen Typen von Lösungen für Cloud Computing liefern heute eine Fülle von IT-Dienstleistungen «aus der Steckdose». Für den Einsatz von Cloud-Computing in einer KMU wird in den meisten Fällen zwischen Public, Private und Hybrid Cloud unterschieden.

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Public Cloud

Bei diesem Typus mietet das Unternehmen vom  Service-Anbieter die IT-Infrastruktur. Die Cloud-Dienste werden über ein gemeinsam mit anderen Unternehmen genutztes Rechenzentrum durch virtualisierte Server (auf Software basierende Server) erbracht. Der Vorteil einer Public-Lösung liegt in den vergleichsweise tiefen Betriebskosten. Sie eignet sich insbesondere für KMU, die ihre IT-Infrastruktur jederzeit rasch und unkompliziert an ihren Bedarf  anpassen möchten.

Private Cloud

Auch bei der Private-Lösung wird die IT-Infrastruktur vom Unternehmen über ein Mietmodell genutzt. Dabei wird die IT auf das Unternehmen massgeschneidert und die Hardware wird nicht mit anderen Unternehmen gemeinsam genutzt, sondern steht exklusiv dem eigenen KMU zur Verfügung. Der Hardware-Server befindet sich entweder im eigenen Unternehmen oder im Rechenzentrum des Cloud-Anbieters. Private Clouds eignen sich vor allem für KMU mit erhöhten Datenschutzanforderungen.

Hybrid Cloud

Die Hybrid-Variante kombiniert eine Public-Cloud-Lösung mit einer Private-Cloud-Lösung oder mit lokalen Servern. Je nach Bedarf wird ein Teil der Unternehmensdaten in einer der Clouds verarbeitet oder nur innerhalb des eigenen Unternehmens im internen Netzwerk. Hybrid Clouds werden vor allem von KMU genutzt, die ihre IT-Infrastruktur jederzeit rasch und unkompliziert an ihren Bedarf anpassen möchten und erhöhte Datenschutzanforderungen oder hohe Anforderungen an die Cyber Security erfüllen müssen.

Multicloud

In einer Multicloud lassen sich die Dienstleistungen von Cloud Computing unterschiedlicher Anbieter kombinieren. Für das KMU entsteht dadurch eine grosse Cloud-Plattform, die sich aus den Einzelleistungen verschiedener Anbieter zusammensetzt. Je nach geforderter Leistungsfähigkeit und je nach Geschäftsmodell des Unternehmens, kann dieser Cloud Typus sinnvoll sein. Ob sich der Einsatz einer Multicloud für ein KMU lohnt, beantwortet unser Beitrag «Ja oder Nein zur Multicloud in KMU?»

Welcher Typus für das eigene Unternehmen geeignet ist, hängt weitgehend vom digitalen Geschäftsmodell und den entsprechenden Anforderungen an die IT-Infrastruktur ab. Es existiert keine Standard Cloud-Strategie für KMU, denn die verschiedenen Cloud-Typen und Cloud Services verfügen über eine Vielzahl von Eigenschaften, die letztlich die Anforderungen an die Digitalisierung des jeweiligen KMU erfüllen müssen. Unterstützung bei der Wahl der geeigneten Strategie liefert ein kompetenter Anbieter von Managed IT Services.

Bild: Shutterstock

Themen: Cloud, Digitalisierung
Autor: Philipp Hollerer | 30. April 2019 | 11:57



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